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Vorwort

(für eine eventuelle Publikation in Buchform)

'Vergangenheit im Blickfeld eines Physikers' ist der Versuch, ein vielschichtiges Material, vielfältige Eindrücke und allerlei Gedanken zur Darstellung zu bringen. Einzelheiten aus 68 Jahren, deren Bedeutung so fraglich ist, wie dem Autor fraglich schien, was denn sein Thema sein könnte. 'Geschichtliche' Daten, biographische Daten. 'Wahrnehmung' könnte das Thema sein. Unterscheidungen sind zu machen: ich beschreibe, was im Blickfeld liegt, ich gebe meine Wahrnehmung wieder. Im Prinzip wie die Versuchspersonen, die Hertha Kopfermann (1902-1987) im Berliner psychologischen Institut durch ein Rohr schauen ließ, um der räumlichen Wahrnehmung ebener Gebilde auf die Spur zu kommen. Vielleicht kommen die Leserin, der Leser bei der Durchsicht der Beschreibungen ja auch auf eine Spur.

Die lineare Lektüre der Texte sollte in der vorliegenden Form zwar möglich, aber nicht zwingend sein. Gedachte Leser würden vielmehr, wenn eine Textstelle ihr Interesse weckt, daran erinnert sein, daß sich im heute gängigen Medium 'Fenster' öffnen lassen, wo 'Links' zu anderen Texten oder Bildern bestehen. Ich will damit auch sagen, daß der Autor bei dem Gedanken an den Leser oder die Leserin schwankte zwischen "Himmel, wem erzähl ich das" und "Teufel, wer versteht das denn". Man kann an das neue Medium denken. Die Vorlage im alten liefert die Kontrolle, ob und wo es sich lohnt.

Das Thema könnte, in Erinnerung an Max Webers bekannten Vortrag von 1919, auch 'Wissenschaft als Beruf' sein. Davon handelt das letzte Kapitel. Das Leben des Physikers Hans Kopfermann ließe sich unter dieser Überschrift abhandeln. Welches Berufsbild hatte er, und hat er als Lehrer mitgeprägt? Berufsbilder müssen sich ändern. Um sie ändern zu können, müssen sie wahrgenommen werden. Ebenso müssen die bedingenden Umstände wahrgenommen werden. Umstände im politischen und im persönlichen Leben. Wird man da nicht fragen, welche Folgen hatte der Erste Weltkrieg, hatte die Hitlerzeit, hatte der Völkermord? Wird man nicht ebenso nach Bildung und Kultur, nach kollektiven Lebensentwürfen und nach den Hoffnungen, Enttäuschungen und Interessen fragen, die sich mit dem Beruf Wissenschaft verbanden und weiterhin verbinden?

Ich habe zu danken: Klaus Jaeckel (1942-1996) für die Ermunterung zu dieser Studie, Martha Dünnebier und Michael Daxner für ihr nimmermüdes Interesse und ihre Unterstützung, für ihre Geduld mit mir. Ebenso meinen lieben Montmartroises; Jochen Pade und Heinz Hellmers für die Gastfreundschaft in der Oldenburger Fakultät, die reelle wie die virtuelle (uwa.physik.uni-oldenburg.de), den Damen und Herren der Bibliotheken und Archive für ihre zuvorkommende Hilfe, namentlich in den Universitätsarchiven Göttingen und Heidelberg, im Bundesarchiv und Geheimen Staatsarchiv Berlin, im Niels Bohr Archiv Kopenhagen, im Kriegsarchiv und im Deutschen Museum München, in den Universitätsbibliotheken Kiel, Bonn, Paris-Jussieu, Paris-École Normale, in der Mediathek der Cité de la Vilette, Paris, in der Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts eben dort. Auch den Wissenschaftshistorikerinnen und Historikern in Göttingen, in München, in Braunschweig, in Berlin und in Paris, mit denen ich Gespräche führen konnte und die mir mit vielerlei Hinweisen geholfen haben. Ulrich Meyer-Berkhout hat mit unzähligen Anstreichungen und wertvollen Anmerkungen alles getan, mir bessere Texte abzuforden. Schließlich danke ich ihm und allen anderen, die mir freundlich ihre Erinnerungen und Gedanken geschenkt haben, allen voran Michael Kopfermann, Renate Hildebrandt und Charlotte Gmelin. Die Stiftung Niedersachen hat die Arbeit mit einem Zuschuß von DM 15 000 gefördert.

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Bemerkungen/Kritik: ks@aleph99.org