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Berufliche Emanzipation

Mitte September bis Mitte Dezember 1930 war Rudolf Ladenburg mit Max Laue in Amerika gewesen [1]. In Princeton hatte man ihn eingeladen, ein Jahr im Palmer-Laboratorium zu arbeiten. Dort war ein Posten frei geworden, weil Karl Compton Präsident des Massachusetts Institut of Technology (MIT) wurde. Die Stelle war mit $ 10 000 ausgewiesen, das waren 42 000 Reichsmark. Im Oktober 1931 begann Ladenburg seine Gasttätigkeit, und schon bald bot man ihm an, auf Dauer zu bleiben. Er konnte sich nicht entscheiden und versuchte erst einmal, sich ein weiteres Jahr von der KWG beurlauben zu lassen. Sein Briefwechsel mit Fritz Haber bringt sowohl die Lage in Deutschland wie die der KWG zur Sprache. Haber schrieb ihm am 12.1.32, daß er Frau Ladenburg getroffen und den Eindruck gewonnen habe,

"daß sie zwar nicht leicht, aber doch ohne Zögern bereit ist, nach Amerika überzusiedeln, wenn Sie, lieber Freund, es um Ihrer beruflichen Lebensentwicklung willen beschließen ... ich weiß, daß der Übertritt in neue Lebensverhältnisse dem älteren Menschen schrecklich schwierig und immer neuen Bedenken bedürftig erscheint, und daß er lieber vor einer Mauer stehen bleibt, in der Hoffnung, daß ein Wunder geschieht, welches in diese Mauer eine Bresche schlägt, als daß er mit einem schnellen Entschluß über die Mauer steigt und das umhegte Gelände seines Lebens mit einem neuen Boden vertauscht ... ich bin überzeugt, daß sie mir den bestehenden Willen, Ihnen zu einer solchen Stellung in Deutschland zu verhelfen, zuerkennen werden, aber mein guter Wille hat in all den Jahren nicht ausgereicht, und ich bin davon durchdrungen, daß er wenig Aussicht hat, in den Jahren auszureichen, die kommen werden".
Ladenburg könne aus den 'so hart abgefaßten Zeilen mit Recht schließen', daß er, Haber, 'die für längere Zeit unvermeidliche Ungunst der deutschen Verhältnisse, soweit sie Ihre berufliche Zukunft und Ihre persönliche Berufsbefriedigung betreffen, noch bestimmter und schärfer betrachte, als vor einem Monat'.

Haber hatte Günther Wolfsohn gekündigt und bat Ladenburg, sich nach einer Stelle für ihn in Amerika umzusehen. Ladenburg bat, Wolfsohn weiter zu beschäftigen. Darauf Haber am 29.1.:

"was diese Angelegenheit anlangt, so bitte ich Sie, davon Kenntnis zu nehmen, daß ich bei dem Abbau des Instituts dem wissenschaftlichen Gast, Prof. Dr. Reis, dem in der Habilitation begriffenen Dr. Kopfermann und dem Privatdozenten Dr. Beutler gleichzeitig geschrieben und ihr Ausscheiden aus dem Institut zu verschiedenen, im Lauf des Kalenderjahres gelegenen, je nach dem individuellen Falle bemessenen Zeitpunkt verlangt habe. Ich habe gleichzeitig die Frequenz des Institutes einschneidend herabgesetzt, sodaß die Anzahl der wissenschaftlich darin tätigen Personen, die am 1. Januar des Vorjahres 65 betragen hat, am 31 Dezember des laufenden Jahres nur noch 30 ausmachen wird. Am 1. April des laufenden Jahres wird sie bereits auf 36 sinken. Wenn ich diese Maßnahmen, die in einem Zusammenhang angeordnet mit mehr oder weniger Mißvergnügen aufgenommen worden sind, an einem Punkte rückgängig machen oder abzuändern mich bestimmen lasse, so ist allen Beschwerden und Unzufriedenheiten der freieste Spielraum eröffnet".

Ladenburg gab nicht auf und versuchte seine eigene Stellung in Deutschland zu halten. Haber schrieb, er verstünde ja, daß er seine Arbeit verteidige, indem er sich für Wolfsohn einsetze; aber selbst wenn Flexner in Princeton eine Stiftung von $ 350 000 (Rockefeller für ein KWI Physik) in Aussicht gestellt habe, sei das keine genügende Sicherheit. Der Ton wurde zusehens gereizter:

"Sie gedenken der 50 Jahre ihres Lebens in Deutschland mit der Empfindung, daß Sie daraus einen Anspruch gewonnen haben, in Ehre und Wohlstand hier im Lande Ihre Arbeitszeit zu beenden und später im Ruhestande zu leben. Das ist der Anspruch des Soldaten im Kriege, der mit den Zeugnissen anerkannter Tapferkeit aus dem Feldzug in die Heimat zurückkehren will, nachdem er sich vor dem Feinde bewährt hat. Die Enttäuschung, die der Heimkehrende bei der Rückkehr ins besiegte Vaterland erlebt, umgibt uns seit 12 Jahren. Sie wird Ihr Schicksal sein, wenn sie fortfahren, die deutschen Dinge gefühlsmäßig zu überschätzen und was Ihnen in den Vereinigten Staaten geboten wird, durch eine dunkle Brille zu betrachten. Ich dränge Sie nicht fort, aber ich warne Sie auf das ernsteste, die Möglichkeiten drüben mit dem Verkleinerungsglase zu betrachten und die Konvexlupe der unbegründeten Hoffnungen über die Verhältnisse zu halten, die Ihnen nach abgelehnter amerikanischer Berufung in den nächsten 15 Jahren in Deutschland bevorstehen".

Am 17.2. schrieb Ladenburg an Haber über die eigene Situation:

"indessen hat mir Herr Planck geantwortet, daß zur Zeit nicht abzusehen ist, wann mit dem Bau des KWI Physik begonnen werden kann und daß Sie ihm andererseits mitgeteilt haben, daß Sie nichts tun können, um mich dauernd am Institut zu halten, daher könne er mir irgendwelche Zusicherungen für meine dortige Zukunft nicht machen... Ich möchte noch bezüglich Pohls eventueller Nachfolge bemerken, daß ich mir in dieser Beziehung wenig Hoffnung mache, obwohl mir Born gerade schrieb, daß ich rein sachlich nicht nur sein, sondern auch Fancks erster Kandidat sei. Aber die Schwierigkeiten mich nach Göttingen zu berufen seien sehr groß, da dann alle 3 Physiker jüdischer Abstammung wären. Übrigens ist wohl sehr unwahrscheinlich, daß Pohl nach Heidelberg geht... Als zweiter soll wohl Bothe, als dritter ich selbst auf der Liste stehen, und ich vermute, daß Bothe annehmen wird, wenn er berufen wird."

Am 5.3. schickt Epstein ein Telegramm an Ladenburg, er rate dringend, den Ruf jetzt sofort anzunehmen, jedenfalls aber sofort an Haber zu telegraphieren, daß er annehme oder auf seine Stelle verzichte, wenn er im Winter noch einmal drüben sein wolle. Daraufhin reagiert Ladenburg mit der Annahme und einem Telegramm nach Berlin vom 11.3.

Habers Drängen gipfelte in einem Schreiben vom 4.3., das wohl nicht mehr abgeschickt wurde. Auch weil Planck mit Habers vollem Einverständnis einen Brief geschickt hatte, daß Ladenburg sich werde einschränken müssen, und sein Vertrag 1934 jedenfalls nicht noch einmal verlängert werde, da Haber 1937 emeritiert werde, und man seinem Nachfolger freie Hand lassen wolle. Haber schrieb, Ladenburg habe zwei Chancen gehabt, "das erste Mal bei dem nicht zur Vollendung gediehenen Plan eines KWI für Physik, der durch die Wirtschaftskrise eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit erfahren habe und das zweite Mal bei Ihrer Berufung auf das Lehramt in Princeton, die Sie jetzt in einer Form behandeln..." Selbst auf die Gefahr hin, "das freundschaftliche Verhältnis zu belasten", wollte Haber Ladenburg unter Druck setzen:

"...die Quelle dieser mit jenem Briefe (Ladenburgs vom 17.2. K.S.) wachsenden Schwierigkeit erblicke ich darin, daß sie die schwieriger werdende Situation unter der wir stehen, nicht berücksichtigen, sondern sich auf die Betonung Ihres Interesses beschränken... Sie finden in diesem Briefe die Abschrift einer ganz neuen Verfügung der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft beigefügt, aus welcher deutlich zu entnehmen ist, daß unsere wirtschaftlichen Hilfsmittel nach menschlicher Wahrscheinlichkeit vielleicht schon jetzt in diesem Monat aber sicherlich in dem am 1.April beginnenden neuen Etatsjahr sich weiter verschlechtern dürften. In dieser Voraussicht habe ich Einschränkungen eintreten lassen und weitere in Aussicht genommen. Zu diesen Einschränkungen gehört, daß ich im Falle Sie auf einem neuen Urlaubsjahr bestehen, für Ihre Abteilung weder irgendwelche Personal- oder Sachmittel zu verausgaben in der Lage und willens bin, noch daß ich bei auftretendem Bedarf in den anderen Abteilungen das Abteilungsinventar, soweit es nicht Gegenstand Ihres Privateigentums ist, zu schonen in der Lage bin, sondern dasselbe zur Vermeidung von Neuanschaffungen den anderen Abteilungen zur Verfügung stellen werde. Um keinen Zweifel zu lassen, werde ich also Ihre Abteilung angesichts Ihrer Erklärung, daß Sie im nächsten Wintersemester wieder in Amerika sein werden, in diesem Sommersemester auflösen. Sie behalten die Eigenschaft eines wissenschaftlichen Mitglieds der KWG, sofern der Präsident Sie in dieser Eigenschaft weiter beurlaubt. Den Abteilungsvorstand meines Institutes weiter zu beurlauben, bin ich nicht willens, sondern wenn das wissenschaftliche Mitglied Prof. Ladenburg die Funktion des Abteilungsleiters im kommenden Wintersemester nicht auszufüllen erklärt, so hebe ich die Abteilung auf. Ob der Herr Präsident das wissenschaftliche Mitglied mit oder ohne Gehalt beurlaubt, oder ob er den Urlaub verweigert, ist nicht meine Sache. Dem Abteilungsvorsteher einer aufgehobenen Abteilung stehen von Seiten des Instituts naturgemäß weder Gehalt noch Sachmittel noch Personalmittel zu... Das, was mich heftig erzürnt, ist die zunehmende Gewißheit, daß Ihnen das Interesse des KWI für physikalische Chemie und Elektrochemie gegenüber dem, was Sie nach meiner Meinung durchaus irrtümlich für Ihr eigenes Interesse halten, nichts gilt. Da meine früheren Briefe ohne Einfluß geblieben und lediglich verschärfte Betonungen Ihres Standpunktes geweckt haben, sehe ich mich jetzt veranlaßt, meinen eigenen, durch den Gang der äußeren Ereignisse und ihrer Haltung in den letzten 2 Monaten wesentlich schroffer gewordenen Standpunkt hier zum vollen Ausdruck zu bringen. Mit hochachtungsvollem Gruße..."[2]

Offenbar hatte Haber aus seinem Ärger kein Hehl gemacht, so daß Else Ladenburg am 16.3. an ihn schrieb:

"Sehr verehrter Herr Geheimrat, Sie waren so freundlich, der Abschrift des Telegramms meines Mannes an Professor Epstein einige Zeilen handschriftlich hinzuzufügen. Ich spreche Ihnen dafür meinen aufrichtigen Dank aus und meine mit Ihnen, daß durch den Entschluß meines Mannes alle Schwierigkeiten behoben sind. Hoffentlich gehen die guten Wünsche, die Sie so freundlich ausdrückten, in Erfüllung! Wenn der Entschluß meines Mannes dazu beiträgt, die Lage des Instituts zu erleichtern und Ihre Befürchtungen zu mildern, so würde mich das ganz besonders erfreuen. Mit den besten Wünschen für ihre Gesundheit und eine gute Erholung in den Ferien bin ich Ihre Else Ladenburg".

Rudolf hatte, so wie es aussieht, eine empfindliche Kränkung erfahren, er schrieb am 16. Juni aus New York:

"Vor meiner Rückkehr nach Berlin möchte ich mir erlauben, Ihnen die Bitte vorzutragen, bei unserem Wiedersehen eine Aussprache über meinen Entschluß nach Amerika überzusiedeln und über die Gründe, die dazu geführt haben, nach Möglichkeit zu vermeiden. Einerseits wird es mir nach wie vor außerordentlich schwer, aus Deutschland fortzugehen, andererseits empfinde ich allzustark die letzte Mitteilung des Präsidenten der KWG, daß mit einer Verlängerung meines Vertrages mit Rücksicht auf Ihre Nachfolge nicht zu rechnen sei. Schließlich ist diese Angelegenheit ja nun entschieden, und ich werde mich damit abfinden. In der Hoffnung, daß Sie mir meinen Wunsch nicht verübeln, bin ich mit besten Grüßen stets Ihr sehr ergebener Rudolf Ladenburg".

Als er dann aber bei einem Besuch im Cavendish Labor in Cambridge[3] eine Nachricht von Haber vorfand, war er einigermaßen versöhnt. Im August wurde Ladenburg auf Habers Bitte und auf Antrag von Otto Hahn (Sektionsvorsitzender im wissenschaftlichen Rat) vom 26.6., den Planck 'auf das lebhafteste begrüßte' zum auswärtigen Mitglied der KWG ernannt. Ladenburg befand sich offenbar auf Schloß Elmau (wo auch Adolf Harnack Ferien zu machen pflegte) und bedankt sich von dort aus beim Präsidenten.

Eine Lebensversicherung, die die KWG 1930 - offenbar als Ansatz zur Altersversorgung über 87 000 Goldmark abgeschlossen hatte, übernahm Ladenburg ab 1.10.32, jetzt über 45 000 Goldmark, ließ Sie jedoch schon ab 1.7.33 in eine ruhende über 9140 Goldmark umwandeln und nachdem er gekündigt hatte, wurden am 23.12.35 schließlich 6.727,21 Reichsmark auf sein Konto überwiesen. [4]

Im September 1937 war Rudolf Ladenburg noch einmal zu Besuch in Berlin, wohnte im Harnackhaus. Die Personalakte enthält dann noch ein Schreiben von ihm vom 3.7. 1938 'An den geschäftsführenden Vorstand der KWG zu Händen des Herrn Telschow' das Telschow unter dem 2.8. an den Minister weiterreicht, da es 'von gewissem Interesse' sei, gleichzeitig mit der Vollzugsmeldung

"die KWG hat im letzten Jahre diejenigen auswärtigen wissenschaftlichen nicht-arischen Mitglieder, die Deutschland verlassen haben - also als Emigranten bezeichnet sind - unter entsprechender Benachrichtigung aus ihren Mitgliedslisten gestrichen".

Rudolf Ladenburg antwortete:

"Sehr geehrter Herr Telschow, mit Bezug auf Ihr Schreiben vom 16. Juni betreffs der Anwendung der deutschen Rassengesetze auf die auswärtigen Miglieder teile ich Ihnen mit, daß ich seit 1931 in den Vereinigten Staaten lebe und amerikanischer Staatsbürger bin. Als solcher unterstehe ich lediglich den amerikanischen Gesetzen; denn nach einer mir vorliegenden Druckschrift des Staatsdepartments in Washington hat das deutsche Reich durch den Vertrag mit den Vereinigten Staaten vom 25.8.1921 die neuerworbene Staatsangehörigkeit von früheren deutschen Staatsangehörigen anerkannt und diese in jeder Beziehung von ihren Verpflichtungen gegen ihr Geburtsland befreit. Da jedoch auch die KWG nunmehr die deutschen Rassegesetze auf ihre auswärtigen wissenschaftlichen Mitglieder anwendet, bitte ich mich aus der Mitgliederliste zu streichen. Mit vorzüglicher Hochachtung, Rudolf Ladenburg"[5]

* * *

Rudolf Ladenburg galt als leidenschaftlicher, um nicht zu sagen `fanatischer'[6], Physiker. Leo Szilard (1898-1964) war er, offenbar halb im Spaß und halb im Ernst, eine Referenz für das eigene Temperament: Nachdem Szilard die ersten vier Monate 1932 in Amerika verbracht und sich in Princeton mit Ladenburgs getroffen hatte, schrieb er im Oktober aus Berlin an seinen Freund Jennö Wigner:

"Natürlich interessiert mich die Physik noch immer eine Größenordnung mehr als Kühlschränke. Es scheint klar, daß alles was eine interessante Struktur hat, es auch tut, und daß man gerne tut, was man gut kann. Aber ist das die Leidenschaft, die Berge versetzt? Genauer, wenn der Nullpunkt Ladenburgs Interesse an der Physik entspricht und der Kochpunkt (von 100 Grad Celsius) meinem Interesse an ihr, als ich achtzehn Jahre alt war, dann ist meine Temperatur jetzt dreißig Grad."[7]

Der vierunddreißigjährige möchte noch immer 'Berge versetzen' und das 'absolut' und daher - angesichts der politischen Lage - nicht unbedingt in der Physik. Im ersten Satz des Briefs an 'Wigwam' kommt dies noch deutlicher zum Ausdruck:

"1. Wenn die Erkenntnis, daß wir jetzt Edleres zu tun haben, als Wissenschaft, wenn dies Wissen uns ins Blut gegangen ist, dann fürchte ich, kann es nicht einfach herausdestilliert werden. Es ist ein Unglück, wenn Erkenntnis einem so leicht ins Blut geht ... eine Professur in Indien wäre zum Beispiel eine gute Lösung ... dann stünde einem praktisch die ganze Energie frei zur Verfügung"

Waren sich andere auch der Situation so bewußt, daß sie sich fragten, wo ihr Interesse unter Umständen läge, in denen Physik mit dem 'Absoluten' nicht zu verwechseln war?

Leo Szilard hatte zur Zeit der Budapester Revolutionsregierung die Komilitonen der Technischen Hochschule organisiert, hatte dann sein Studium in Berlin fortgesetzt, 1922 bei Max Laue promoviert, war 1925 dessen Assistent geworden, veranstaltete zusammen mit Lise Meitner regelmäßig kernphysikalische und mit John von Neumann und Erwin Schrödinger quantentheoretische Seminare, war mit sehr vielen Menschen bekannt, lebte in 'gemieteten Zimmern und geliehenen Laboratorien', reichte zusammen mit Einstein eine Reihe von Patenten ein und war von H. G. Wells The world set free (London, Macmillan, 1914), einer 1913 geschriebenen Kernenergie-Utopie, fasziniert.[8]

* * *

Als Rudolf Ladenburg 1950 in Princeton in den Ruhestand trat und mit einer Feier verabschiedet wurde, war Hans Kopfermann auf seiner ersten Amerika-Reise Gast (s.u.). Als er 1952 starb, erinnerte sein ehemaliger Assistent in `Die Naturwissenschaften' an die `zweifellos größte wissenschaftliche Leistung, nämlich die Schaffung einer rationellen Abänderung der Dispersionstheorie' mit dem richtigen Ergebnis `fünf (sic!) Jahre vor der Quantenmechanik' und schrieb weiter:

"als sein engster Mitarbeiter hatte ich ... täglich Gelegenheit, Ladenburgs sprühendes Temperament und sein fanatisches Kämpfen mit den Widrigkeiten der Materie zu erleben. Er war in Zeiten, in denen ein Problem akut angegangen wurde, ein Besessener, den kein Rückschlag kleinmütig machen konnte und der auf Grund seiner großen Erfahrung und seiner ungewöhnlichen Experimentierkunst immer wieder neue Wege fand, um schließlich doch zum Ziel zu gelangen. Er vergaß darüber Schlaf und Gesundheit"

Vieles deutet darauf hin, daß es der Mitarbeiter mit diesem 'Fanatiker' nicht leicht hatte[9]. Der aber mußte berufliche Zurücksetzungen hinnehmen, deren Gründe vielleicht noch zu gegenwärtig waren, um 22 Jahre später bedacht zu werden, oder zu unpassend für einen Nekrolog, und die dazu führten, daß Ladenburg - offenbar sehr schweren Herzens und unter massivem Druck von Fritz Haber - 1931 die Entscheidung traf, sich in Princeton niederzulassen.

Über den `Kämpfer mit den Widrigkeiten' schrieb Kopfermann, daß ihm "sein Freund Fritz Reiche ein starker Rückhalt" gewesen sei, und daß "seine souveräne Beherrschung des Korrespondenzprinzips ... dieser Zusammenarbeit zu verdanken" war. Wo stand für den Physiker von 1952 das `Korrespondenzprinzip' in der Methodenhierarchie? Lag im Lob der souveränen Beherrschung dieses Instruments der `Intuition' noch nach Jahrzehnten ein Stück eigene Überzeugung?

Rudolf Ladenburg hatte 1933 in seiner neuen Position, auf andere Weise als Leo Szilard, aber nicht weniger entschieden, für vertriebene Kollegen getan, was er konnte. Und er hat 1945 für amerikanische Wiederaufbau-Unterstützung des Fachs in Deutschland gesorgt. Aber ließen sich beide Hilfeleistung in einem Atemzug unter erlebte `menschliche Wärme und fürsorgende Treue des alternden Mannes' anführen? Den Nekrolog durchzieht ein Zeitgeist:

"Schon in den dreißiger Jahren hat er sich in aufopfernder Weise um mittellose Fachkollegen bemüht, die damals in immer größerem Ausmaß nach den Vereinigten Staaten flüchteten, und es ist in erster Linie ihm zu danken, wenn unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg von amerikanischer Seite her eine großzügige Hilfsaktion für deutsche Kollegen gestartet worden ist."[10]

In Princeton hielt Albert Einstein Ladenburg die Grabrede:

"Die Beschränkung auf das Ich ist für Wesen unserer Art undenkbar für das nackte Dasein und auch für das Lebensgefühl, das Ich führt uns zum Du und zum Wir - ein Schritt, der uns erst zu dem macht, was wir sind. Und doch ist die Brücke, die von dem Ich zum Du führt, subtil und unsicher wie das ganze Abenteuer des Lebens. Fügt sich eine Gruppe von Menschen zum Wir zusammen zu einem harmonischen Ganzen, so ist das Höchste erreicht, was Menschen als Geschöpfe erreichen können".

Über den, der ein `Wir' bedeutete schrieb Einstein auch an Max Born unter dem 12. Mai 1952 - vor dem Hintergrund des Koreakrieges:

"Du hast recht. Man kommt sich vor, wie ein aus Versehen übriggebliebener Ichtyosaurus. Die meisten der lieben Freunde, aber gottseidank auch der minder lieben, sind schon gegangen. Den Ladenburg hat es ganz rasch gepackt - angeblich eine Virusinfektion der inneren Organe. Er war ein guter Mensch, der die Dinge nicht leicht nahm. In den letzten Jahren hat er sich sogar aus der Zeitungs-Leserei geflüchtet, weil er all die Heuchelei und Verlogenheit nicht mehr ertragen konnte. Bei Euch drüben ist es doch in der Hauptsache sauberer und nicht so wild". [11]
* * *

Als Ernest Rutherford 1911 die Rückstreuung von alpha-Strahlen an Goldfolien mit der Annahme von massiven Zentren (Kernen) in der Materie erklärte, hieß das Forschungsgebiet `Atomphysik' und 'Radioaktivität'. 1896, als Henri Becquerel die neue Strahlung aus der Pechblende vorführte, hatte ihre Bedeutung im Schatten der gerade von Wilhelm Röntgen mit seiner Röhre hergestellten gestanden, die schnell große Popularität gewann - und mit der fortan katastrophal unvorsichtig umgegangen wurde. Nachdem Pierre und Marie Curie zwei Jahre später das Radium nachwiesen, das soviel stärker strahlte als die Pechblende, kamen bald Radium-Quellen und - Heilbäder gegen Gicht und Rheuma in Mode und die medizinische Nützlichkeit der Radioaktivität schien 1913 außer Zweifel:

"Das Anwendungsgebiet des Radiums und der Emanation ist schon verhältnismäßig gut abgegrenzt. In der inneren Medizin sind hauptsächlich rheumatische Erkrankungen der Gelenke (weniger der Muskeln) und Gicht dankbare Objekte. Die bequemste Anwendung, weil auch zu Hause anwendbar, ist die Trink- oder Badekur, die rationellste die Einatmungskur, wobei 4-5 Macheeinheiten auf 1 Lit. Luft zwei Stunden hindurch zugeführt werden... Ischias und Rückenmarksschwindsucht werden häufig sehr günstig beeinflußt, erstere oft genug geheilt. Auch bei Schlaflosigkeit hat sich die Emanationstherapie bewährt".[12]

Die 'Transmutation der Atome', die Rutherford und Frederik Soddy 1901-1903 experimentell untersuchten, und Albert Einsteins Formulierung einer Masse-Energie-Äquivalenz von 1905 gaben immer wieder Anlaß zu Spekulationen über neue Energiequellen, während die neue Forschungsrichtung sich etablierte. 1911 eröffnete Emil Warburg in der PTR ein Radioaktivitätslabor und übertrug die Leitung Hans Geiger, im gleichen Jahr lancierte Soddy das 'Isotopen-'Konzept und zwei Jahre später Bohr das 'Atommodell'.

Zwanzig Jahre nach diesen Pioniertaten und der Entdeckung der Kerne ging aus den Arbeitsgebieten 'Atomphysik' und 'Radioaktivität' die 'Kernphysik' hervor, die - profitierend von den Mythen um Radium, Masse-Energie-Äquivalenz, `kosmische' Strahlung - die Planungen, Wunschträume und Hoffnungen vieler Fachgenossen eroberte.

Radium war 1914 schon ein Wirtschaftsfaktor und die 'Radiumfrage' ein Politikum [13]; 1930 wurde der Stoff zu Preisen von über 100 000 Mark pro Gramm gehandelt. 1931 scheute sich Max Planck, der neue Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, nicht, vor dem Reichstag wieder einmal die Vorstellung von der großen zukünftigen Energiequelle zu bemühen: "in den Atomen schlummern gewaltige Energien"[14].

Abraham Pais hat vier gewichtige Faktoren genannt, die dem neuen Arbeitsgebiet seine Bedeutung gaben: 1931/32 wurden die ersten Beschleuniger in Betrieb genommen; 1932 wurde Warren Weaver Direktor der naturwissenschaftlichen Abteilung der Rockefeller-Stiftung; 1933 enstehen als Folge der Diktatur in Deutschland und der Hilfsaktionen für die Emigranten Konzentrations- und Verstärkungsprozesse in der Forschung; 1934 wird die induzierte (künstliche) Radioaktivität entdeckt. Lange vor dem ersten Reaktor und der Bombe bahnte sich in der Kernforschung eine 'forcierte' Entwicklung an[15].

In Wolfgang Riezlers `Einführung in die Kernphysik', einem der ersten zusammenfassenden Bücher, das in erster Auflage 1936 erschien, hieß es:

"Masse, Ladung und Größe sind die anschaulichsten Eigenschaften des Atomkerns. Es gibt aber noch weitere Eigenschaften, die auch für die Theorie des Kernaufbaus große Bedeutung haben. Unter ihnen sind vor allem der Spin des Kerns und das magnetische Moment zu erwähnen ... Wir dürfen uns den Kernspin jedoch nicht allzu anschaulich als Rotation der Kernbestandteile vorstellen. Es mag sein, daß wirklich eine Rotation stattfindet, aber wir haben keinen direkten Beweis dafür. Was wir experimentell feststellen können, ist erstens ein bestimmter Intensitätswechsel bei aufeinanderfolgenden Linien eines Bandenspecktrums und ferner eine äußerst feine Aufspaltung mancher Spektrallinien, die Hyperfeinstruktur."[16]

Die Spin-Eigenschaft wurde am Parawasserstoff und am Experiment von Bonhoeffer und Harteck expliziert.

Als sich Hans Kopfermann 1930 dem Arbeitsgebiet `Hyperfeinstruktur(HFS)-Spektroskopie' zuwandte, war die Konkurrenz nicht allzu groß. Ernst Back und Samuel Goudsmit hatten 1927 das Kernmoment des Wismut bestimmt und etwas früher als Kopfermann hatte sich Hermann Schüler dem Arbeitsgebiet gewidmet. Er konnte als der Spezialist gelten und Hans Kopfermann wurde in den folgenden Jahren sein Hauptkonkurrent; beide holten sich theoretische Unterstützung bei Hartmut Kallmann, der wie Kopfermann im KWI arbeitete.

Hermann Schüler (1894-1964) hatte in Tübingen promoviert, war seit 1924 Mitarbeiter von Erwin Finlay-Freundlich in der Potsdamer Sternwarte, deren neumodischer 'Einsteinturm' das Publikum faszinierte[17]. Er hatte 1928 die 'Hohlkathode' seines Lehrers Paschen zur Präzisionslichtquelle für spektroskopische Untersuchungen entwickelt und bestimmte 1931 das Kernmoment von Thallium. Zusammen mit Hartmut Kallmann im KWI verfaßte er 1932 für die 'Ergebnisse' den ersten Übersichtsartikel. Schüler's Spektroskopie wurde, wie er in seinen Publikationen regelmäßig anmerkt, von der I.G. Farben, Oppau unterstützt. Er war der Schwiegersohn Friedrich Paschens, und als seine Ehe scheiterte, `alleinerziehender Vater' von zwei Kindern.
"in Holland waren es insbesondere P. Zeeman und H.B.G. Casimir, die sich an den Hyperfeinstrukturuntersuchungen beteiligten. Fermi hatte kürzlich eine grundlegende Arbeit über die magnetischen Momente der Atomkerne in der Z. phys. 60, 320-333, 1930 publiziert und darüber am 28 Feb. 1931 vor der Züricher Physikalischen Gesellschaft gesprochen. In Deutschland waren außer der Gruppe von H. Schüler, E. Back in Tübingen und Hans Kopfermann im KWI für Phys. Chem. auf diesem Gebiet tätig"[18]

Die Aktualität des Arbeitsgebiets bezeugt ein Brief von Wolfgang Pauli aus Zürich an Samuel Goudsmit in Ann Arbor vom 17. 4. 1931; er wolle unbedingt über Hfs mit ihm reden und bringe Material von Schüler mit.[19]

Hans Kopfermann schickte am 3. November 1931 seine erste 'kernphysikalische' Arbeit an die `Zeitschrift für Physik': "Über die Bestimmung des magnetischen Moments des Cäsiumskernes aus der Hfs einiger Cs+-Linien" (erschienen in Band 73, 1932; Schülers Thallium-Arbeit war in Band 70 im gleichen Jahr erschienen).

Drei Monate später (eingesandt am 2.2.32) folgte eine 'Entdeckung' auf diesem Gebiet, die sich die beiden Konkurrenten teilten, mit leichtem Vorsprung von Hermann Schüler. Vorausgegangen waren zwei kurze Mitteilungen von Hans Kopfermann in den Naturwissenschaften: die erste vom 28. März 1931 "Über den Kerndrehimpuls der Bleiisotope" mit der Bemerkung:

"Auffallend ist (analog wie beim Lithium) die starke Isotopieverschiebung zwischen den Linien des Pb 206 und Pb 208" [20]

und die zweite vom 20. Juni 1931 "Über drei Kernmomente von Caesium und Blei" mit der Bemerkung:

"Über einen entsprechenden Isotopieverschiebungseffekt im Spektrum des Tl haben Schüler und Keystone (Naturwissenschaften 19, 1931 S.320) berichtet, als die erste Notiz des Verfassers sich im Druck befand" [21].
Hermann Schüler, J.E. Keyston - Stipendiat aus England - und Hans Kopfermann hatten die 'Isotopieverschiebung' der Hyperfeinstruktur (HFS) gefunden, die von Gregory Breit - nach der Entdeckung des Neutrons 1932 - als 'Kernvolumen-Effekt' semiempirisch-rechnerisch erklärt werden konnte[22]. Während die Konkurrenz am Thallium arbeitete, maß Kopfermann am Blei. Das Material (vom Großen Bärensee) war im Nachbar-KWI für Chemie vorhanden und konnte dort erbeten werden. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß eine Vermutung Schülers nach ersten Messungen am Thallium sich 'herumgesprochen' hatte, und Kopfermann zu seiner Arbeit veranlaßte[23]. Hartmut Kallmann stand, wie gesagt, den beiden Experimentatoren nahe. Vom 20. bis 24. Juli 1931 nahmen Kopfermann, Schüler und aus Berlin noch Lise Meitner an der ersten, ganz der Kernphysik gewidmeten Tagung in Zürich teil (Schon im September sollte eine internationale Tagung in Rom folgen). Scherrer und Pauli hatten eingeladen. Aus Kopenhagen kam George Gamov, aus Hamburg Otto Stern und Immanuel Estermann, aus Leyden Hendrik Casimir, aus Paris Louis de Broglie, Frédéric Joliot und Louis Leprince-Ringuet, aus Gießen Walter Bothe, aus Wien Eugen Guth und aus Cambridge Patrick M. S. Blackett. Das war der Auftakt im neuen Arbeitsfeld, das sichtlich an Interesse gewann und schon im Jahr darauf (1932) an Aktualität kaum noch zu überbieten war. Rudolf Peierls (1907-1990), damals Paulis Assistent, erinnerte sich später:
"irgendwann während des Sommers hatten wir eine `Kernwoche' in Zürich. Da wußte man noch wenig über den Kern und ich kann nicht mehr sagen, von welchen Aspekten der Kernphysik die Rede war. Ich erinnere mich, daß Patrick Blackett teilnahm, ein ganz bezaubernder Experimentalphysiker aus Cambridge. Ich erinnere mich auch, daß ich gebeten wurde, im Schweizer Radio allgemeinverständlich über die Konferenz zu sprechen. Das war meine erste Erfahrung mit dem Radio und mein erster populärwissenschaftlicher Versuch."[24]
In Kopfermanns Arbeit "Über die Kernmomente der drei Bleiisotope" hieß es:
"es genügen bei einiger Vorsicht wenige Milligramm, um die nötigen Aufnahmen zu machen ... für die Erzeugung des Spektrums von gewöhnlichem Blei wurde einfach ein gut gereinigtes Bleirohr in den Hohlzylinder (der Kathode K.S.) eingepaßt ... von den anderen Bleisorten (standen) nur 1g Uranblei vom Atomgewicht 206,06 und 100 mg Thoriumblei vom Atomgewicht 207,9 in Form von Bleichlorid zur Verfügung...(die Substanzen wurden mir von Herrn Prof. Fajans und Herrn Dr. W. Kuhn zu Verfügung gestellt, wofür ich den beiden Herren auch an dieser Stelle bestens danke..."[25]
Die beobachteten relativen Intensitäten der Isotope bedurften eines Kommentars und der neue Effekt wurde zur Diskussion gestellt:
"die prozentual große Intensität der Pb 207 Linien gegenüber der Stärke des Pb 208 in den Uranbleiaufnahmen zeigt, daß es sich nicht einfach um eine Verunreinigungen des Uranbleies mit gewöhnlichem Blei handelt, da ja im gewöhnlichen Blei die Thorbleikomponente bei weitem die stärkste ist, sondern um das schon bekannte gekoppelte Auftreten von Pb 207 mit Uranblei (worauf mich Herr Prof. Hahn freundlichst aufmerksam gemacht hat...)" "über die Natur des Isotopieverschiebungseffektes besteht noch keine Klarheit. Daß die einfache Mitbewegung des Kernes bei schweren Elementen für so starke Termverschiebungen nicht verantwortlich gemacht werden kann, sieht man ohne weiteres: die Differenz der Rydbergfrequenz für Pb 208 und Pb 206 beträgt für lambda 4058 A nur 0.0007 [1/cm]"
Schüler und Keystones parallele Ergebnisse am Thallium wurden nach "freundlicher mündlicher Mitteilung" in einem "Zusatz bei der Korrektur" als "Bestätigung" registiert. Für Verspiegellungen ging Dank an Ritschl in der PTR und an den Spezialisten Hohenheim, für finanzielle Unterstützung an die NG. Der Kollege im Haus wurde nicht vergessen:
"Herrn Dr. Kallmann bin ich für viele wertvolle Diskussionen über die Ergebnisse dieser Arbeit zu großem Dank verpflichtet."

Als es 1952 dem Doktoranden Haro Buttlar (geb.1926) in Kopfermanns Göttinger Institut gelang, winzige Mengen Pb 210 aus dem Radon-Zerfall zu gewinnen, und Peter Brix und er Kopfermann mit einer Messung der sehr großen Isotopieverschiebung dieses Isotopes überraschen konnten, wurde der Doktorand bewegt umarmt[26]; mit der Entdeckung der Isotopieverschiebung hatte Hans Kopfermann 20 Jahre zuvor `sein Glück gemacht'.

Als der Assistent noch nach fruchtbaren Arbeitsthemen Ausschau hielt, hatte sein Institutsdirektor ihm vorgeschlagen, Bandenspektren der Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung auszumessen. Doch den bisherigen 'Atomphysiker' im Fahrwasser Rudolf Ladenburgs zog es zur Kernphysik. Allerdings nicht im Hauptzweig der Experimente mit den neuen Beschleunigern, sondern, wie bisher, in der optischen Spektroskopie mit Messungen von Kerneigenschaften über die Wechselwirkung mit den Elektronenfeldern.

Wolfgang Riezler ließ noch 1943, als die Kriegsforschung und die `Uranmaschine' die Kollegen beschäftigten, seine `Einführung' mit einer idyllischen Ansicht vom forschenden Kernphysiker enden:

"Er treibt seine Forschung um des Wissens selbst willen und ist vollkommen zufrieden, wenn es ihm gelingt, die menschliche Naturerkenntnis wieder um ein Stück zu bereichern. Und aus dieser Einstellung darf man ihm gewiß keinen Vorwurf machen, selbst wenn sie vielleicht gelegentlich eine gewisse Weltfremdheit zur Folge hat. Auch die Elektrizität war ja noch vor hundert Jahren eine reine Spielerei der Gelehrten..."[27]

Fritz Haber hatte 1932 für `Weltfremdheit' nicht viel übrig. Angesichts von Finanzkrise und Rationalisierungszwängen kündigte er Kopfermann das Arbeitsverhältnis am KWI. Der habilitierte sich 1932 an der Berliner Universität mit seinem neuen Thema und ging im September für acht Monate als Rockefeller-Stipendiat nach Kopenhagen. Aus seiner Sicht hatte Haber ihn 'rausgeschmissen', weil er sich geweigert hatte, zu messen, was der 'Chef' ihm vorschlug.[28]

Bedingungen unter denen das Stipendium vergeben wurde, gehen aus einem Brief von Fritz Haber am 10.8.32 an Paul Harteck in Bad Aussee hervor:

"... gleichzeitig gebe ich Ihnen von einem Brief Kenntnis, welchen ich eben von der Rockefeller Foundation erhalten habe und in welchem es über sie wie folgt lautet: 'In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, daß nach der Rückkehr von Prof Jones und Prof Weaver Ihr Antrag zu Gunsten von Dr. Harteck erneut eingehend erörtert worden ist. Die Meinung meiner Kollegen war, daß, da wir Dr. Kopfermann dem Komitee zur Erteilung eines Stipendiums vorgeschlagen haben, ungeachtet des Umstandes, daß er hinsichtlich eines dauernd besoldeten Postens die Bedingung nicht erfüllt und indem wir statt eines Postens ein Notgemeinschaftsstipendium, das ihm zugesichert ist nach Ablauf seines Rockefeller Stipendiums, gelten lassen, wir nicht gleichzeitig Dr. Harteck vorschlagen können. Aber meine Kollegen würdigen die hohen wissenschaftlichen Leistungen von Dr. Harteck und haben ein ausgeprägtes Interesse für seine weitere Laufbahn zum Ausdruck gebracht, und ich gebe mich der Hoffnung hin, daß Sie (Haber) darin in keiner Weise eine Ablehnung Dr. Hartecks erblicken..." [29]
(Haber will Harteck bei der nächsten Rockefeller-Beschlußfassung das Stipendium mit der Versicherung verschaffen, daß er ihm ausnahmsweise den Posten im Institut offen halte. Erwartet von ihm eine Entscheidung, ob er nun zu Rutherford oder wo anders hin wolle. Übers Jahr war alles anders: Paul Harteck erhielt in Hamburg die Professorenstelle, von der Otto Stern vertrieben wurde)

* * *

Erich Hückel war 1929 nach Kopenhagen gegangen um, wie er schrieb: "dort zu finden, was ich bisher vermißt hatte: Wissenschaftler, mit denen ich über quantentheoretische Fragen diskutieren und von denen ich auch etwas lernen konnte". Er hatte diese Kollegen gefunden, vor allem Oskar Klein und den 'bedeutend jüngeren' Hendrik Casimir. Niels Bohr hatte ihn auf Walter Heitler und Fritz Londons erste Berechnung einer Molekülbindung aufmerksam gemacht, und ihn dazu ermutigt, sich mit der Kohlenstoff-Doppelbindung auseinanderzusetzen. Damit war, wie sich herausstellen sollte, über sein 'wissenschaftliches Hauptwerk' entschieden. Auch für Kopfermann war 'Kopenhagen' für sein 'Hauptwerk' bestimmend: Niels Bohr war gerade dabei, seine Interessen und das Institut auf Kernphysik umzustellen. Der Stipendiat eröffnete in Kopenhagen ein experimentelles Arbeitsgebiet, dem damals das uneingeschränkte Interesse der theoretischen Kollegen galt. Ebbe Rasmussen (1901-1959), der gerade über das Bogenspektrum der Radiumemanation promoviert hatte und zur `Fortbildung' mit einem Stipendium in der Berliner PTR arbeitete, konnte die spektroskopische Kernphysik fortsetzen und wurde in fortdauernder Zusammenarbeit mit Kopfermann der Kopenhagener Spezialist für Hyperfeinstrukturen[30].

Hertha und Hans Kopfermann trafen im Herbst in Kopenhagen ein, während Erich Hückel drei Jahre zuvor im Frühjahr angekommen war. Er hat beschrieben, wie er sich einrichtete:

"Als ich in Kopenhagen ankam, blies ein eisiger Wind durch die Straßen. Man spürte noch die Kälte des vergangenen Winters. Ich fand aber in der Nähe von Kopenhagen eine schöne Zweizimmer-Wohnung mit Küche und einer Veranda, und zwar in Taarback nördlich von Klampenborg, ganz nahe der Ostseeküste. Bald darauf kam dann Anne mit unserem kleinen Richard nach. Im selben Haus wohnte außer uns eine nette Mitbewohnerin, Frau eines Kopenhagener Geschäftsmannes, die an dem Jungen ihre Freude hatte. Zu Bohrs Institut in Blegdamswej fuhr ich in die Stadt meist nicht mit dem Fahrrad. Mittags blieb ich in der Stadt, begnügte mich meist mit etwas Kuchen; nur selten ging ich mit anderen Kollegen ins Restaurant, weil das auf die Dauer leider zu teuer gewesen wäre".[31]

Während Kopfermanns Kopenhagen genießen konnten, spitzte sich in Deutschland die Lage zu, kam der 30. Januar 1933. Die Partei der 'Volksgemeinschaft' begann, das demokratisch verfaßte Staatswesen gewalttätig umzumodeln. Die Kopenhagener Monate waren vielleicht auch deshalb eine intensiv gelebte Zeit. Zu Niels Bohr und seiner Familie entstand eine distanziert-freundliche Beziehung, die den späteren Ereignissen standhielt und jedenfalls den Gast sehr beglückt hat[32]. Der Besuch der Kopfermanns fiel in die Zeit nach dem Tod von Bohrs Mutter Ellen Ende 1930 und in die des Todes seiner Schwester Jenny Anfang Mai 1933, deren psychisches Leiden sich gegen Ende mehr und mehr verschlimmert hatte.

Niels Bohr war seit 1912 mit Margarete Noerlund (1890-1984) verheiratet, Tochter des Apothekers in Slagelse und die Schwester der Freunde Erik und Poul aus der Studentenzeit. Richard Courant und nach ihm Abraham Pais[33] haben ihre Bedeutung für Niels unterstrichen. Sie schrieb ihm ganze Texte. Bohr hatte, bevor er heiratete, die lutherische Kirche verlassen. Dasselbe tat bei gleicher Gelegenheit 1919 sein Bruder Harald. Die Schriften William James' spielten in Bohrs Bildung eine Rolle und bei der Lektüre über Harald Hoeffding (1843-1931), dessen langjährigen 'Ehrensitz' später die Bohrs bewohnten, erscheint in Stichworten eine Gedankenwelt, in der der Physiker zu Hause war: "...seit 1880 Professor, vertritt in der Psychologie einen strengen Voluntarismus. Der Wille gilt ihm als die primäre und unableitbare Form des Bewußtseinslebens. Das Denken ist aktive Willensfunktion. Psychisches und Physisches laufen parallel, sind aber Äußerungen desselben Wesens. Er unterscheidet vier Hauptprobleme: die Erklärung des Bewußtseinslebens, die Frage nach der Gültigkeit der Erkenntnis, die nach der Natur des Daseins und das Wertungsproblem. Seine Ethik ist voluntaristisch, teleologisch und sozial. Die Religion faßt er als Glauben an die Erhaltung des Wertes auf. Ihr Wesen besteht in kosmischem Lebensgefühl." Die lexikalischen Formulierungen mögen Hoeffding nicht gerecht werden[34], und ebensowenig Bohr; trotzdem scheinen sie zu ihm zu passen:. Ein 'wertbewußtes, kosmisches Lebensgefühl' und 'aktives, weniger reaktives Denken'.

Im August 1932 tagten in Kopenhagen die Psychologen. Der zehnte internationale Kongress. Hertha und Hans 'verpaßten' dieses Ereignis um wenige Tage. Bohr sprach beim Empfang:

"it is to my wife and myself a very great pleasure and honour to welcome so many distinguished psychologists here, where Harald Hoeffding spent the last 20 years of his long life and where he found the opportunity to complete several of his great works. I have had the priviledge of being in close contact with Hoeffding from my early youth, as my father was an intimate friend of him and I have at all stages of my life been able to benefit from the true scientific and philosophical spirit which you all know from Hoeffding's work, but which found special expressions by personal acquaintance..."[35]

Harald Hoeffding war ein Jahr zuvor gestorben und in seiner Gedenkrede hatte Bohr ausgeführt:

"one allways had a feeling of being brought out of the everyday, and it was with a new knowledge of the depth and beauty of the harmony of life that one left him. Unabated he kept his love for everything valuable he had learnt to cherish, and he spoke in his very last days with a youthful enthousiasm about the poetry of life which he found in Plato and Spinoza as well as in Shakespeare and Goethe. When all is said and done, it was probably this love and faithfulness that made Hoeffding the true philosopher wo leaves so great a void in such wide circles".

Den `Ehrensitz' des `großen Mannes der Nation', die 'Carlsberg-Villa', bewohnten jetzt Bohrs. In der geräumigen, vom Bildhauer Betel Thorvaldsen klassizistisch gestalteten Umgebung fanden die erinnerungsträchtigen Besuche und Abende mit Institutsgästen und Mitarbeitern statt, die Hückels und viele andere schon im Landhaus in Tisvild bei Gilleleje erlebt hatten.

Otto Frisch hat Kopfermanns in Kopenhagen auch später noch getroffen und die Begegnung in The little I remember festgehalten:

"one of them (der Spektroskopiker KS.) was a gifted and cheerful german scientist with a quietly attractive young wife; his name was Hans Kopfermann and so his wife was naturally known as 'die Kopferfrau'. The team worked their way systematically through all the obtainable nuclear isotopes, and the analysis of each group of spectrogramms took weeks. It had become a joke to ask the Kopferfrau beforehand what the spin of the current isotope would be, and though not a physicist herself she seemed to have an uncanny knack at guessing. In fact some of us said that asking her was much simpler and just as reliable technique for determining the spins of isotopes. Kopfermann also played the violin rather well, and we often made music together".
Frisch hat auch über die Zusammenkünfte im Carlsberg-Haus geschrieben und über Bohr ist zu lesen:
"he had a soft voice with a danish accent, and we were not allways sure whether he was speaking english or german; he spoke both with equal ease and kept switching".[36]

Rudolf Peierls,der seit 1930 zu den Gästen in Kopenhagen und Tisvild gehörte, schrieb in seinen Erinnerungen über Bohr:

"Er dachte über viele Dinge außerhalb der Physik gründlich nach und konnte sehr ernsthaft und im Detail über den neuesten Kriminalroman oder Abenteurerfilm diskutieren. Ich fand viele seiner Aussprüche und Geschichten der Erinnerung wert. Er war sehr gegen Nationalismus, aber wenn es ihn geben müßte, meinte er, würde er die angelsächsische Variante vorziehen, die in dem Sprichwort `right or wrong - my country' zum Ausdruck käme. Er wäre zwar nicht dafür, aber ein deutscher oder französischer Nationalist würde nie zugeben, daß sein Land Unrecht haben könne. Von übertriebenem Nationalismus handelte auch eine seiner bevorzugten Geschichten: In Ecuador fährt ein junges Mädchen mit dem Fahrrad einen steilen Berg hinunter. Da versagen die Bremsen und das Rad wird schneller und schneller. Das Mädchen ist nahe daran, sich aufzugeben, da sagt es sich: Du bist eine Ecuadoranerin. Der Gedanke gibt ihr den Mut durchzuhalten und das Fahrad glücklich in die Ebene zu steuern. Aber, sagte Bohr, wenn man statt an Ecuador etwa an Deutschland, England oder Amerika denkt, ist die Geschichte nicht mehr witzig."

Am 8. Juli 1933 schickten Hans Kopfermann und N. Wieth Knudsen eine Untersuchung zu HFS und Kernmomenten des Krypton an die Zeitschrift für Physik (Band 85, 1933). Die Lichtquellen waren Geissler-Rohre. Mit einer Arbeit von Eva Rindal und Hans Kopfermann über die Xenon-Kernmomente ging der Ausflug in die dänische Metropole zu Ende. Am Schluß der Veröffentlichung in der Zeitschrift für Physik (eine Vorveröffentlichung war schon in `Die Naturwissenschaften' erschienen) hieß es:

"Die vorliegende Arbeit wurde im Institut für theoretische Physik in Kopenhagen mit Unterstützung der Rockefeller Foundation und des Rask-Oersted-Fond gemacht. Beiden Institutionen sagen wir auch an dieser Stelle unseren besten Dank. Der eine von uns möchte Herrn Professor Bohr noch einmal für die schöne und lehrreiche Kopenhagener Zeit danken".[37]


[1]Schreiben vom 31.7.30 Laue an Planck betr. Reise auf Kosten der Rockefeller-Foundation. Archiv MPG, Abt.II, Ref. 0001A, Personalia Rudolf Ladenburg

[2]Archiv MPG, Sammlung Fritz Haber Abt. V, Rep.13; Quelle auch für die folgenden Zitate

[3]In Margaret Gowing, Britain and Atomic Energy 1939-1945, ist S.319 ein Foto wiedergegeben: The 'Annus mirabilis' at the Cavendish Laboratory. Physics Research Students June 1932. Da sitzen in der ersten Reihe: Ratcliff, Kapitsa, Chadwick, Ladenburg, J.J. Thomson, Rutherford, C.T.R. Wilson, Aston, Ellis, Blackett, Cockroft.

[4]Alle Angaben nach Archiv MPG, Abt.II, Rep. 0001A, Personalia Ladenburg

[5]Personalia Ladenburg, loc.cit.

[6]Hans Kopfermann, "Rudolf Ladenburg", Die Naturwissenschaften 39, 1952, S.289. attestierte Ladenburg `sein sprühendes Temperament und sein fanatisches Kämpfen mit den Widrigkeiten der Materie'(s.u). Kopfermann war sich beim Gebrauch der Vokabel der schlechten Nähe zur 'LTI' (Victor Klemperer, lingua tertii imperii) offenbar nicht bewußt.

[7]Leo Szilard Papers box 21,folder 4, UC San Diego Lib., zitiert nach William Lanouette mit Bela Szilard, op. cit.

[8]Vgl. William Lanouette with Bela Szilard, Genius in the Shadows, NY (Scribner) 1992, auch: Leo Szilard, His Version of the Facts. Selected Recollections and Correspondence. Spencer R. Weart and Gertrud Weiss-Szilard eds., Boston (MIT) 1978. Michael und Karl Polanyi, George Hevesy., Theodor Kàrman, Jennö Wigner und seine Schwester, die spätere Frau Dirac, Leo Szilard und sein Bruder Bela, Jancsi Neumann, Edward Teller und Denis Gabor hatten dasselbe Budapester Gymnasium besucht oder kannten sich seit der Schulzeit.

[9]Im Nekrolog hieß es auch: "in seinen jungen Jahren hat das verbissene Kämpfen um wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfolge die menschliche Seite Ladenburgs oft beschattet"

[10]Hans Kopfermann, "Rudolf Ladenburg", Die Naturwissenschaften 39, 1952, S.289.

[11]Briefwechsel, a.a.O, S.157

[12]Meyers Konverssationslexikon 6te, Ergänzungsband 1913; Der Osnabrücker 'Stadt-' Chemiker Wilhelm Thörner schrieb 1909 in den Berichten der Naturforschenden Gesellschaft der Stadt: "...kann ich meinen Mitbürgern zum Schluß den folgenden Rat geben: Wer auch die Radioaktivität unseres vorzüglichen Leitungswassers ausnutzen will, geniesse dasselbe stets frisch ... aus der Leitung und bade darin recht häufig... Die Wasser unserer Flüsse, der Hase, der Düte und der Nette, so gesund, angenehm und erfrischend im Sommer auch sicherlich ein Bad darin ist, besitzen keine nennenswerte Radioaktivität".

[13]Vgl. Henning, "Der gegenwärtige Stand der Radiumfrage in den USA", Die Naturwissenschaften, 4. April 1914, S.56

[14]S. Peter Brix, "Die folgenreiche Entdeckung der Uranspaltung und wie es dazu kam", Phys.Bl. 45, 1989, S.1

[15]Vgl. Abraham Pais, Niels Bohrs Times, Oxford (Clarendon) 1991, Kap.17: 'How Bohr orchestrated experimental progress in the 1930's in physics and biology."

[16]Wolfgang Riezler, Einführung in die Kernphysik, Leipzig, Bibliographisches Institut, 3te, 1943, S.34

[17]Vgl. Klaus Hentschel, Der Einstein-Turm, Heidelberg (Spektrum) 1992. Dort auch, S.15, mehr zu Erwin Finlay-Freundlich (1885-1964.

[18]Armin Hermann, Kommentar in Wolfgang Pauli, Korrespondenz, Band II, "Das Jahr 1931", p.73:

[19]Ebenda, p.82

[20]Die Naturwissenschaften 19, 1931, S.400

[21]Ebenda, S.657; übrigens erschien im gleichen Band, S.513 noch einmal eine Arbeit des Teams Hans Kopfermann und Rudolf Ladenburg: "Statistisches Gleichgewicht in der positiven Säule von Gasentladungen"

[22]Vgl. Peter Brix, "50 Jahre Kernvolumeneffekt in den Atomspektren", Phys. Bl. 37, 1981, S.181

[23]Sich fragend, wieso Kopfermann zur Suche nach einen 'Isotopie-Effekt' kam, äußerte Wilhelm Walcher diese Möglichkeit. (Gespräch am 30.6.95 in Marburg)

[24]Rudolf Peierls, Bird of passage, 1985, S.61

[25]Zeitschrift für Physik 75, 1932, S.363

[26]Haro von Butlar, Gespräch Bochum, 4.1.1996

[27]Wolfgang Riezler, a.a.O. S.205

[28]Von entsprechenden Äußerungen berichteten übereinstimmend Michael Kopfermann (Gespräch im April 1995) und Dieter von Ehrenstein (Gespräch im Mai 1995)

[29]Archiv MPG, Sammlung Fritz Haber a.a.O.

[30]Ebbe Kjeld Rasmussen arbeitete seit 1928 im Bohr-Institut. Er war seit 1925 mit Julie Ingeborg Mortensen (geb. 1896) verheiratet, wurde 1939 Sekretär der Naturlaerens Udbredelse Selskabet, blieb auch nach 1942 noch im Institut, war dann Professor an der Veterinär- und Landwirtschaftsschule und ab 1956 Universitätsprofessor, baute das heutige Oersted-Institut auf. "Pa grundlag of sine resultater beregnede ha sammen med Berlineren Hans Kopfermann, som var gaest pa Niels Bohr Institutet, det mekaniske moment af Coboldt-, Vanadium- og Scandiumkernerne, samt foretage en noje analyse af Vanadiummultipletter" schrieb K.G. Hansen (Dansk Biografisk Lexikon)

[31]Erich Hückel, a.a.O., S.132

[32]Bemerkung Zur Quellenlage: Bohrs Korrespondenz wurde 1940 vorsorglich vernichtet.

[33]Abraham Pais, a.a.O., S.112

[34]Haupsächliche Schriften: Etik, de etiske Principer og deres Anvendelse paa de vigtigste Livsforhold, 1880, Psykologi i Omrids paa Grundlag af Erfaring, 1882, Den nyere Filosofis Historie, 1907; Erkendelsensteorien og livopfatelsen 1926

[35]John T. Sanders Hg., Niels Bohr, essays and papers, Vol.1 Rochester 1987

[36]Otto Frisch, The Little I Remember, Cambridge 1979 S.90

[37]Zeitschrift für Physik 87, 1934,S.460

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